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Zur rechten Zeit (Moritat)

Ein Ritter, seines Weibes müd',
ging zu der alten Frau im Wald,
dass diese ihm 'nen Gifttrank brüht.
Es lag schon Schnee, war bitterkalt.

Er wollte seinem Weib zur Nacht
ihn dann mit ihrem Schlaftrunk reichen,
um endlich, wenn das Werk vollbracht,
im Bett der Magd zu setzen Zeichen.

Sein klopfen ach, blieb ungehört.
So wartete er lange Zeit.
Er hätt' die Alte gern gestört,
weil er zum Morden war bereit.

Zur gleichen Stund' an and'rem Ort
traf eben jene seine Frau,
um mit der gleichen Absicht dort
und gleichem Vorsatz etwas brau.

Der Abend kam und er zurück,
wärmte an off'nem Herd sich auf.
Trank dankbar Tee, sein Weib im Glück.
Das Schicksal nahm nun seinen Lauf.

Noch in der selben Nacht zu hör'n,
das Stöhnen zweier Männer war.
Ein Knappe ließ sich grad betör'n,
der Ritter gab sein Leben dar.

Und die Moral von der Geschicht',
ich wage mal, es so zu sagen:
Ist man auf etwas sehr erpicht,
sollt' man's zum richt'gen Zeitpunkt wagen.

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